Der Kirchentag ist vorbei und die orangenen Wellen sind abgeebbt. ("Lauter Holland-Fans, oder wie?" fragte ein Passant an der Rheinpromenade). Ja, wir waren da. Nur als Gäste, denn das ist ja nicht meine Kirche, also brauche ich mich auch nicht ärgern über das, was da alles gelaufen ist oder auch das, was nicht gelaufen ist.
Als Gast war es sehr angenehm. Freundliche offene Menschen, die selbst wenn es was umsonst gab, nicht drängelten und sogar in den völlig überfüllten Zügen fröhlich und gelassen blieben. Nein, der Vergleich mit Fußballfans war absolut nicht angemessen. Da habe ich schon ganz anderes erlebt.
Wir waren da um ein Kinderkonzert mit Gerhard Schöne mitzuerleben. Am Freitag Abend, als er sein Hauptkonzert hatte, konnten wir es leider nicht einrichten in Köln zu sein. Da war Abifeier an unserem Gymnasium und ich durfte als Elternvertreterin eine Rede halten.
Also saßen wir am Samstag Vormittag auf den Stufen der Philharmonie Treppe und erfreuten uns an einem der größten lebenden Poeten dieses Landes, der zudem noch ein genialer Musiker ist. Es war ein Genuss, die Lieder zuhören, die wir doch weitgehend kennen, diesem herzlichen Menschenfreund zu zusehen, wie er auf die Kinder einging und sie zum Mitmachen bewegte.
Mich hat am meisten bewegt, wie eindringlich aber nicht aufdringlich immer wieder Gott ins Gespräch brachte. Neben seinen fröhlichen, witzigen manchmal sogar Nonsens Liedern die tiefen bewegenden. Man fühlt sich verstanden und angenommen von diesem Menschen, der keinen Zweifel daran lässt, dass es der liebende Gott ist, der ihn lieben lehrt.
Das trifft manchmal stärker als die Bücher und Bibeln die mancher feurige Prediger in die Menge wirft.
Ich habe es genossen, Gerhard Schöne zu erleben und mir ist klar geworden, dass ich vielleicht ein bisschen von ihm gelernt habe. Gott ins Spiel bringen, zum Beispiel in einer Abirede.
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