Zur Zeit bin ich viel unterweg. Das ist ja bei mir nichts Neues. Aber im Moment geht es vor allem um Politik. Der bevorstehende Kommunalwahlkampf, bei dem ich in Hohenlimburg für die Bezirksvertretunf kandidiere, wirft seine Schatten voraus.
Morgen wollen wir eine Ortsgruppe Hohenlimburg gründen. Die Einheimischen wissen, dass Hohenlimburg sowohl von der topografischen Lage als auch von der mentalen Sicht seiner Einwohner nicht wirklich zu Hagen gehört. Bis heute gibt es Autonomiebestrebungen. Eine Loslösung von Hagen ist allerdings eher illusorisch. Daher ist es sinnvoll, auch politisch die kleinere Einheit zu stärken und die Individualität zu erhalten ohne die Richtung "kleines gallisches Dorf gegen den Rest der Welt" einzuschlagen.
Ja, und dafür vernünftige und umsetzbare Konzepte zu erarbeiten, natürlich im Team und nicht im Alleingang, damit bin ich zur Zeit ziemlich beschäftigt.
Falls es Euch interessiert, findet ihr Aktuelles bei
http://www.facebook.com/home.php?#/group.php?gid=48922179311 (allerdings müsst Ihr Euch wohl bei facebook anmelden.
Willkommen in meiner Gedankenwelt.Neben einfach und lachhaft finden sich bitter und ernst. Alles aber frech, fromm, fröhlich und frei. Viel Spaß beim Lesen und noch mehr beim Kommentieren.
Mittwoch, 11. März 2009
Montag, 12. Januar 2009
Hauptsache
Die Tage der Wünsche für’s neue Jahr gehen langsam zuende. Aber auch zu Geburtstagen, während der anrollenden Grippewelle oder auch wenn jemand niesen muss, wünscht man sich „Gesundheit“. Gesundheit ist die Hauptsache, meinen die meisten Menschen und jeder , der schon einmal krank war - und wer war das noch nicht ?- weiß, dass da etwas dran ist.
„Hauptsache gesund“, sagt man, wenn ein Baby geboren ist. Oder „ohne Gesundheit ist alles nichts.“
Nun sollte man meinen, dass solche Aussagen auch Prioritäten setzen. Jedoch das ist meistens weit gefehlt. Seit der Schutzimpfung in Kindertagen haben die meisten Menschen, die ich kenne, nichts mehr für Ihre Gesundheit getan, sondern bestenfalls etwas gegen ihre Krankheit.
In Gesundheitsmagazinen, Ratgebersendungen und nicht zuletzt in der Pharmawerbung geht es meist nur um Reparatur von Defekten.
Krankheit ist teuer, dass wird uns erst allmählich bewusst, weil unser Versicherungssystem längst nicht mehr alles bezahlt, was nötig wäre. So zahlt man eben selber oder man bleibt krank.
Dass es sinnvoller wäre, vorbeugend zu handeln und gar nicht erst krank zu werden, ist in entsprechenden Sonntagsreden immer wieder zu hören. Wenn es dann aber ans Konkrete geht, darf es nicht viel kosten. Vitamine und Salben aus dem Supermarkt sind angesagt wie nie.
„Hauptsache billig“, lautet die Devise. Das ist doch verwunderlich. Wenn es die Krankenkasse zahlen würde, wäre das Teuerste gerade gut genug, oder?
Ich bin zwar der Überzeugung, dass es noch Wichtigeres gibt, dennoch habe ich mich irgendwann entschlossen, etwas für meine Gesundheit zu tun.
Richtig, ich tue etwas für meine Gesundheit und nicht etwas gegen eine Krankheit. Seit Jahren habe ich keine wesentliche Krankheit mehr verzeichnen müssen. Natürlich erregen solche Aussagen das Interesse mancher Mitmenschen. Aber dann kaufen sie doch lieber bei Aldi.
Plötzlich wissen die Leute, dass das mit den Vitaminen alles nicht erwiesen ist, und dass Gebet um Heilung rein psychologisch einzuordnen ist und dass der Weg vom Fernseher zum Kühlschrank eigentlich genug Bewegung veranlasst.
Nahrungsergänzugnsmittel sind teuer, Sportstudios kosten Geld, alternative Heilmethoden auch. Alle wollen nur unser Geld, außer die Krankenkassen und der Apothekerverband, versteht sich.
Wenn man hingegen die Möglichkeit aufzeigt, jedenfalls die Kosten für Nahrungsergänzunsmittel zu refinanzieren, oder erklärt, dass Gebet um Heilung kostenlos ist, dann wird der Zeitgenosse ganz vorsichtig und misstrauisch. Nun, das kann ich verstehen, muss mich davon aber nicht umstimmen lassen.
Eine Grippewelle rollt auf uns zu. Ich sehe ihr gelassen entgegen und wünsche allen Lesern vor allem Gesundheit.
„Hauptsache gesund“, sagt man, wenn ein Baby geboren ist. Oder „ohne Gesundheit ist alles nichts.“
Nun sollte man meinen, dass solche Aussagen auch Prioritäten setzen. Jedoch das ist meistens weit gefehlt. Seit der Schutzimpfung in Kindertagen haben die meisten Menschen, die ich kenne, nichts mehr für Ihre Gesundheit getan, sondern bestenfalls etwas gegen ihre Krankheit.
In Gesundheitsmagazinen, Ratgebersendungen und nicht zuletzt in der Pharmawerbung geht es meist nur um Reparatur von Defekten.
Krankheit ist teuer, dass wird uns erst allmählich bewusst, weil unser Versicherungssystem längst nicht mehr alles bezahlt, was nötig wäre. So zahlt man eben selber oder man bleibt krank.
Dass es sinnvoller wäre, vorbeugend zu handeln und gar nicht erst krank zu werden, ist in entsprechenden Sonntagsreden immer wieder zu hören. Wenn es dann aber ans Konkrete geht, darf es nicht viel kosten. Vitamine und Salben aus dem Supermarkt sind angesagt wie nie.
„Hauptsache billig“, lautet die Devise. Das ist doch verwunderlich. Wenn es die Krankenkasse zahlen würde, wäre das Teuerste gerade gut genug, oder?
Ich bin zwar der Überzeugung, dass es noch Wichtigeres gibt, dennoch habe ich mich irgendwann entschlossen, etwas für meine Gesundheit zu tun.
Richtig, ich tue etwas für meine Gesundheit und nicht etwas gegen eine Krankheit. Seit Jahren habe ich keine wesentliche Krankheit mehr verzeichnen müssen. Natürlich erregen solche Aussagen das Interesse mancher Mitmenschen. Aber dann kaufen sie doch lieber bei Aldi.
Plötzlich wissen die Leute, dass das mit den Vitaminen alles nicht erwiesen ist, und dass Gebet um Heilung rein psychologisch einzuordnen ist und dass der Weg vom Fernseher zum Kühlschrank eigentlich genug Bewegung veranlasst.
Nahrungsergänzugnsmittel sind teuer, Sportstudios kosten Geld, alternative Heilmethoden auch. Alle wollen nur unser Geld, außer die Krankenkassen und der Apothekerverband, versteht sich.
Wenn man hingegen die Möglichkeit aufzeigt, jedenfalls die Kosten für Nahrungsergänzunsmittel zu refinanzieren, oder erklärt, dass Gebet um Heilung kostenlos ist, dann wird der Zeitgenosse ganz vorsichtig und misstrauisch. Nun, das kann ich verstehen, muss mich davon aber nicht umstimmen lassen.
Eine Grippewelle rollt auf uns zu. Ich sehe ihr gelassen entgegen und wünsche allen Lesern vor allem Gesundheit.
Dienstag, 6. Januar 2009
Schlangen
Schlangen haben einen schlechten Ruf. Es wird allgemein vor ihnen gewarnt. Spätestens seit der unangenehmen Geschichte im Paradies hält man Schlangen nicht nur für hinterhältig, sondern sogar für gefährlich.
Nun finden sich immer wieder mitleidige Zeitgenossen, die den guten Tierchen weiter helfen wollen. Denen seien folgende Weisheiten zu bedenken gegeben:
Es ist nicht sehr erfolgsträchtig, Schlangen auf die Beine helfen zu wollen.
Es bringt nichts, Schlangen einen Vorsprung zu geben, obwohl ihre Benachteiligung offensichtlich ist.
Nur, weil es einige Schlangenliebhaber gibt, ist es nicht für jeden erforderlich, die Schönheit von Schlangen zu betonen.
Dass das Gift ihrer Zähne auch zu pharmazeutischen Zwecken genutzt werden kann, macht es nicht weniger tödlich.
Ein praktischer Vorschlag: Sollten Sie in ihrem Umfeld eine Schlange haben, hören Sie auf, das Tier zu therapieren. Trennen sie sich einfach von ihm.
Alles andere ist vergebene Liebesmüh und manchmal eben durchaus gefährlich.
Nun finden sich immer wieder mitleidige Zeitgenossen, die den guten Tierchen weiter helfen wollen. Denen seien folgende Weisheiten zu bedenken gegeben:
Es ist nicht sehr erfolgsträchtig, Schlangen auf die Beine helfen zu wollen.
Es bringt nichts, Schlangen einen Vorsprung zu geben, obwohl ihre Benachteiligung offensichtlich ist.
Nur, weil es einige Schlangenliebhaber gibt, ist es nicht für jeden erforderlich, die Schönheit von Schlangen zu betonen.
Dass das Gift ihrer Zähne auch zu pharmazeutischen Zwecken genutzt werden kann, macht es nicht weniger tödlich.
Ein praktischer Vorschlag: Sollten Sie in ihrem Umfeld eine Schlange haben, hören Sie auf, das Tier zu therapieren. Trennen sie sich einfach von ihm.
Alles andere ist vergebene Liebesmüh und manchmal eben durchaus gefährlich.
Samstag, 3. Januar 2009
Es geht gut los!
Heute, am 3. Januar, ist die erste Kurzgeschichte des Jahres fertig geworden. Es ist, wie sollte es um diese Jahreszeit anders sein, eine Weihnachtsgeschichte.
Für den neuen Kalender hat Ulrich gerade seine ersten Recherchen gemacht. Es gibt also den großen Buddeberg-Kalender 2010, was in der Kulturhauptstadt (Hagen gehört dazu) ja wohl Ehrensache ist. Dass die Texte von mir sein werden und dass Ulrich das Layout macht, steht schon fest. Neugierig? Auf meiner Homepage ist demnächst mehr zu finden. Jedenfalls hat für uns das Jahr kreativ und gut angefangen. So kann es weiter gehen.
Gute Vorsätze sind eine Sache, am 3. Januar die ersten Ergebnisse auf dem Tisch zu haben eine andere.Lasst Euch ermutigen, wenn ihr heute anfangt, habt ihr vielleicht auch schon in einer Woche die ersten Ergebnisse.
Für den neuen Kalender hat Ulrich gerade seine ersten Recherchen gemacht. Es gibt also den großen Buddeberg-Kalender 2010, was in der Kulturhauptstadt (Hagen gehört dazu) ja wohl Ehrensache ist. Dass die Texte von mir sein werden und dass Ulrich das Layout macht, steht schon fest. Neugierig? Auf meiner Homepage ist demnächst mehr zu finden. Jedenfalls hat für uns das Jahr kreativ und gut angefangen. So kann es weiter gehen.
Gute Vorsätze sind eine Sache, am 3. Januar die ersten Ergebnisse auf dem Tisch zu haben eine andere.Lasst Euch ermutigen, wenn ihr heute anfangt, habt ihr vielleicht auch schon in einer Woche die ersten Ergebnisse.
Donnerstag, 1. Januar 2009
Witzigster Neujahrsgruß
An alle, die uns für 2008 die besten Wünsche gesendet haben,
- es hat ü b e r h a u p t nichts gebracht !
Also: Schickt doch für 2009 bitte Geld, Alkohol und Tankgutscheine...
D A N K E !
...und Euch alles Gute und liebe Neujahrsgrüße von
Renate + Stefan
- es hat ü b e r h a u p t nichts gebracht !
Also: Schickt doch für 2009 bitte Geld, Alkohol und Tankgutscheine...
D A N K E !
...und Euch alles Gute und liebe Neujahrsgrüße von
Renate + Stefan
Gute Vorsätze
Heute ist der Tag der guten Vorsätze, denn im neuen Jahr soll alles besser werden, Jedenfalls im persönlichen Umfeld, oder?
Meine guten Vorsätze könnte ich hier veröffentlichen, will euch aber nicht langweilen ;-). Also heute nur so viel, wer gerade heute in diesen Blog schaut soll wissen, dass ich mich hier deutlich öfter äußern möchte, als man das bisher von mir gewohnt ist. Das ist also einer meinen guten Vorsätze fürs neue Jahr. TEST IT!
Allen Lesern wünsche ich ein in jeder Weise gesegnetes neues Jahr.
Meine guten Vorsätze könnte ich hier veröffentlichen, will euch aber nicht langweilen ;-). Also heute nur so viel, wer gerade heute in diesen Blog schaut soll wissen, dass ich mich hier deutlich öfter äußern möchte, als man das bisher von mir gewohnt ist. Das ist also einer meinen guten Vorsätze fürs neue Jahr. TEST IT!
Allen Lesern wünsche ich ein in jeder Weise gesegnetes neues Jahr.
Sonntag, 8. Juni 2008
Das Tor
Jeden Morgen stehe ich davor , den Schritt zu gehen. Nachdem ich die Bedeutung einiger alten Symbole erahnt und die Schriftzeichen in eine sinnvolle Reihenfolge bringen konnte und plötzlich, wie aus einer anderen Welt, lebendiges Wasser vor mir stand. Leicht gekräuselt, wie von sanftem Wind bewegt, stand es aufrecht vor mir. Fasziniert und ungläubig und in dem vollen Bewußtsein, dass da vorher nichts war, dass dahinter eine Mauer sein muss, die dem Ganzen Halt gibt, wie bei den neumodernen Wasserfällen in Sparkassen und Einkaufszentren. Ich würde mit dem Kopf gegen die Wand meines Intellektuallismus laufen, sagten alle meine Erfahrungsparameter. Unter Umständen ein tödliches Experiment.
Von Furcht und Zweifel gehalten und dabei magisch angezogen bewege ich mich auf dieses Tor zu. Was , wenn die alten Mythen wirklich stimmen, was, wenn die Schrift nicht Märchen sondern Realität ist? Was steckt dahinter?
Sicher ist nur, dass dieser Schritt mich verändern wird. Ich werde nicht mehr sein wie ich bin. Ich werde meiner Umwelt fremd, weil ich anderes gesehen habe.
Jeden Morgen stehe ich davor, den Schritt zu gehen. Mein Gesicht berührt dieses lebendige Wasser und ich weiß, es gibt kein zurück. Selbst, wenn ich zögere, mich wieder zurück nehme, ich kann es nicht mehr lassen. Dieses Wasser auf meiner Haut, dieses leichte kräuseln des unirdischen Windes. Ich muss es haben, dieses Gefühl, immer wieder.
Jedesmal gehe ich diesen Schritt, erfüllt von einer Furcht, die man Ehrfurcht nennt, nicht geschoben oder gedrängt sondern aufrechten Gangs. Längst weiß ich, dass es keine Mauer ist, was mich dahinter erwartet, dass ich nicht weggerissen werde aus dem Land der Lebendigen, dass kein bodenloser Abgrund mich verschlingt, das ich nicht mal mein bisschen Verstand verliere. Obwohl ich das längst weiß, ist es jedes Mal ein Schritt, der meine Entscheidung fordert.
Und dann reißt es mich wirklich, vorbei an den Mächtigen und Gewaltigen, die unter dem Himmel wohnen, ungeachtet tobender Kämpfe und kosmischer Gefahr, über die Grenzen aller bekannten, unbekannten und ungeahnten Galaxien hinaus direkt in den Thronsaal hinein.
Hinein in jenes Licht, das Sterbende erahnen, hinein in jene Herrlichkeit, die Glaubende erhoffen, hinein in Deine Arme, mein Gott und mein Herr, mein Vater. Du hältst mich und ich halte mich an dir fest. Du sagst mir, dass du dich freust, mich zu sehen, dass du auf mich gewartet hast. Ich hätte es auch ohne den Wort gewusst. Hier weiß ich einfach ohne Worte ohne Fragen. Und doch fragst du. Du hast Interesse an mir, an meinem Leben da in der anderen Welt aus der ich komme. Natürlich kennst du meine Welt. Du bist ja den umgekehrten Weg gegangen um das Tor wieder zu öffnen. Und doch fragst du und ich erzähle dir alles. Worüber ich mich freue, meine Erfolge und meine Niederlagen, selbst das, wofür ich mich schäme, das von dem ich weiß, dass es dich verletzt hat und natürlich das, was mich verletzt hat. Und ich erzähle von den Menschen, die mir begegnen und von ihren Geschichten und Nöten. Von der Freundin, die Angst hat vor ihrer Augenoperation, von dem Freund, der seine Kinder nicht mehr sehen darf, von dem Spaß, den ich mit den anderen miteinander gestern Abend beim Wein hatte und von dem Film, den es gestern im Fernsehen gab. Ich erzähle, was ich vor habe und wer heute Geburtstag hat. Und du hörst mir zu, wir lachen und weinen miteinander und ich frage, was ich für meine Freunde tun kann. Ich bitte dich um alles was ich brauche, was mir fehlt für mich und für meine Freunde. Du teilst Deine Sicht der Dinge mit mir und gibst mir, worum ich Dich gebeten habe und meist noch etwas mehr, für alle Fälle, wie du sagst.
Und dann gehe ich zurück. Sie warten auf mich in meiner Welt. Du umarmst mich lange und eigentlich möchte ich hier bleiben. Der Tag kommt, ich weiß, aber noch nicht heute, noch nicht jetzt.
In meiner Welt ist kaum Zeit vergangen. Die Dusche wartet auf mich und das Frühstück und meine Freunde. Wie gerne würde ich sie mitnehmen, wie gerne würde ich ihnen von dem Tor erzählen. Sie hören zu, sie staunen und lächeln oder sie werden ärgerlich. Manchmal nehmen sie von dem, was ich mitgebracht habe, manchmal nicht. Manchmal gehen sie mir aus dem Weg und manchmal geben sie mir ein Päckchen, das ihnen zu schwer wird, damit ich es mitnehme an den Ort, von dem sie überzeugt sind, dass er nicht existiert.
Und ich habe Sehnsucht danach, dass sie zwischen ihren zerbrochen Träumen die alten Symbolen zu deuten lernen, die Schrift an der Wand zu lesen verstehen und sich von dem lebendigen Wasser verlocken lassen. Oder, dass ich sie einfach an die Hand nehmen darf.
Jeden Morgen stehe ich erneut davor, diesen Schritt zu gehen. Aber es liegt nicht an der Tageszeit. Das Tor steht immer offen.
Von Furcht und Zweifel gehalten und dabei magisch angezogen bewege ich mich auf dieses Tor zu. Was , wenn die alten Mythen wirklich stimmen, was, wenn die Schrift nicht Märchen sondern Realität ist? Was steckt dahinter?
Sicher ist nur, dass dieser Schritt mich verändern wird. Ich werde nicht mehr sein wie ich bin. Ich werde meiner Umwelt fremd, weil ich anderes gesehen habe.
Jeden Morgen stehe ich davor, den Schritt zu gehen. Mein Gesicht berührt dieses lebendige Wasser und ich weiß, es gibt kein zurück. Selbst, wenn ich zögere, mich wieder zurück nehme, ich kann es nicht mehr lassen. Dieses Wasser auf meiner Haut, dieses leichte kräuseln des unirdischen Windes. Ich muss es haben, dieses Gefühl, immer wieder.
Jedesmal gehe ich diesen Schritt, erfüllt von einer Furcht, die man Ehrfurcht nennt, nicht geschoben oder gedrängt sondern aufrechten Gangs. Längst weiß ich, dass es keine Mauer ist, was mich dahinter erwartet, dass ich nicht weggerissen werde aus dem Land der Lebendigen, dass kein bodenloser Abgrund mich verschlingt, das ich nicht mal mein bisschen Verstand verliere. Obwohl ich das längst weiß, ist es jedes Mal ein Schritt, der meine Entscheidung fordert.
Und dann reißt es mich wirklich, vorbei an den Mächtigen und Gewaltigen, die unter dem Himmel wohnen, ungeachtet tobender Kämpfe und kosmischer Gefahr, über die Grenzen aller bekannten, unbekannten und ungeahnten Galaxien hinaus direkt in den Thronsaal hinein.
Hinein in jenes Licht, das Sterbende erahnen, hinein in jene Herrlichkeit, die Glaubende erhoffen, hinein in Deine Arme, mein Gott und mein Herr, mein Vater. Du hältst mich und ich halte mich an dir fest. Du sagst mir, dass du dich freust, mich zu sehen, dass du auf mich gewartet hast. Ich hätte es auch ohne den Wort gewusst. Hier weiß ich einfach ohne Worte ohne Fragen. Und doch fragst du. Du hast Interesse an mir, an meinem Leben da in der anderen Welt aus der ich komme. Natürlich kennst du meine Welt. Du bist ja den umgekehrten Weg gegangen um das Tor wieder zu öffnen. Und doch fragst du und ich erzähle dir alles. Worüber ich mich freue, meine Erfolge und meine Niederlagen, selbst das, wofür ich mich schäme, das von dem ich weiß, dass es dich verletzt hat und natürlich das, was mich verletzt hat. Und ich erzähle von den Menschen, die mir begegnen und von ihren Geschichten und Nöten. Von der Freundin, die Angst hat vor ihrer Augenoperation, von dem Freund, der seine Kinder nicht mehr sehen darf, von dem Spaß, den ich mit den anderen miteinander gestern Abend beim Wein hatte und von dem Film, den es gestern im Fernsehen gab. Ich erzähle, was ich vor habe und wer heute Geburtstag hat. Und du hörst mir zu, wir lachen und weinen miteinander und ich frage, was ich für meine Freunde tun kann. Ich bitte dich um alles was ich brauche, was mir fehlt für mich und für meine Freunde. Du teilst Deine Sicht der Dinge mit mir und gibst mir, worum ich Dich gebeten habe und meist noch etwas mehr, für alle Fälle, wie du sagst.
Und dann gehe ich zurück. Sie warten auf mich in meiner Welt. Du umarmst mich lange und eigentlich möchte ich hier bleiben. Der Tag kommt, ich weiß, aber noch nicht heute, noch nicht jetzt.
In meiner Welt ist kaum Zeit vergangen. Die Dusche wartet auf mich und das Frühstück und meine Freunde. Wie gerne würde ich sie mitnehmen, wie gerne würde ich ihnen von dem Tor erzählen. Sie hören zu, sie staunen und lächeln oder sie werden ärgerlich. Manchmal nehmen sie von dem, was ich mitgebracht habe, manchmal nicht. Manchmal gehen sie mir aus dem Weg und manchmal geben sie mir ein Päckchen, das ihnen zu schwer wird, damit ich es mitnehme an den Ort, von dem sie überzeugt sind, dass er nicht existiert.
Und ich habe Sehnsucht danach, dass sie zwischen ihren zerbrochen Träumen die alten Symbolen zu deuten lernen, die Schrift an der Wand zu lesen verstehen und sich von dem lebendigen Wasser verlocken lassen. Oder, dass ich sie einfach an die Hand nehmen darf.
Jeden Morgen stehe ich erneut davor, diesen Schritt zu gehen. Aber es liegt nicht an der Tageszeit. Das Tor steht immer offen.
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